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Zahl der Elektrofahrzeuge steigt auf niedrigem Niveau

Anjes Tjarks, Verkehrsenator in Hamburg, testet ein Elektro-Lastenrad. Foto: Christian Charisius/dpa
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In diesem Beitrag: Ladeinfrastruktur für Elektromobilität muss ausgebaut werden Fahrradstrategie und ÖPNV-Ausbau Langfristige Umstellung von Taxen und Mietwagen auf E-Betrieb
Hamburg (dpa/lno). Elektrofahrzeuge werden in Hamburg weiterhin nur von einem exklusiven Kreis genutzt. Deren Zahl hat sich innerhalb von 13 Monaten zwar mehr als verdoppelt. Ihr Anteil an allen Fahrzeugen ist aber nach wie vor minimal.

Die Zahl der Elektrofahrzeuge in Hamburg nimmt zu – allerdings auf sehr niedrigem Niveau. Zu Jahresbeginn waren in der Hansestadt insgesamt 7553 reine Batterie-Elektrofahrzeuge zugelassen, wie aus der Antwort des Senats auf eine Kleine Anfrage der CDU-Bürgerschaftsfraktion hervorgeht. Das sind zwar mehr als doppelt so viele wie am 1. Dezember 2019 (3682 Fahrzeuge), aber weiterhin nur ein verschwindend geringer Anteil an allen 925 106 Anfang des Jahres zugelassenen Autos, Lastwagen und Motorrädern. Zu den reinen Elektrofahrzeugen kommen laut Senat noch 16 199 Pkw mit einem Hybridelektroantrieb und 7342 von außen aufladbare Hybridelektro-Fahrzeuge hinzu.

Ladeinfrastruktur für Elektromobilität muss ausgebaut werden

Insgesamt erhöhte sich die Zahl der in Hamburg zugelassenen Autos den Angaben zufolge im vergangenen Jahr um 2007 auf 799 434, die Zahl der Lastwagen stieg um 4831 auf 70 319 und die der Motorräder um 2328 auf 55 353. «Auch in Hamburg erfreut sich der eigene Pkw weiterhin einer großen Beliebtheit», erklärte der CDU-Verkehrsexperte Richard Seelmaecker. Daran änderten auch andere Planvorstellungen und Zielvorgaben von Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) nichts. «Wenn man den Umstieg auf die Elektromobilität fördern möchte, muss man insbesondere beim Ausbau der Ladeinfrastruktur noch deutlich besser und schneller werden als bisher.»

Fahrradstrategie und ÖPNV-Ausbau

Die Umweltorganisation BUND forderte den rot-grünen Senat auf, den Autoverkehr einzuschränken. «Fahrradstrategie und ÖPNV-Ausbau müssen einhergehen mit Maßnahmen für deutlich weniger Autoverkehr: Tempo 30 in der ganzen Stadt, deutlich weniger und dafür aber teurere Parkplätze und keine neuen Autobahnen wären ein guter Anfang», sagte BUND-Landesgeschäftsführer Manfred Braasch dem «Hamburger Abendblatt» (Montag). Aber davor scheue der Senat wohl genauso zurück wie vor einer Kampfansage an die Kurzstreckenflüge am Hamburger Flughafen: «Fahrradwege wollen alle, aber sich in der notwendigen Konsequenz mit SPD, Flughafen und Autolobby anzulegen, ist eine echte Herausforderung.»

Langfristige Umstellung von Taxen und Mietwagen auf E-Betrieb

Der Senat verwies in seiner Antwort auf die CDU-Anfrage auf den Klimaplan. Danach soll der Anteil an Elektrofahrzeugen bis zum Jahr 2030 auf 14 Prozent erhöht werden. Dazu gehöre unter anderem die vollständige Umstellung von Taxen und Mietwagen auf E-Antrieb. Außerdem soll die Zahl der öffentlich zugänglichen Ladepunkte bis 2025 auf 2000 verdoppelt werden, wobei auch eine Einbeziehung privater Anbieter auf öffentlichem Grund geprüft werde.

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